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Besiedlungen

Besiedlungen im Oderbruch

Mit der Trockenlegung der Auenlandschaft, änderte sich nicht nur das ursprüngliche Landschaftsbild grundsätzlich, auch die Bewohner mussten sich der neuen Situation anpassen.

Die Bewohner der alten Dörfer waren Wenden. Bis dahin zumeist Fischer, denn die fischreichen Gewässer boten ausreichend Lebenserhalt. Im höhergelegenen südlichen Teil des Bruches wurden bereits im Mittelalter auf sehr fruchtbaren Böden Ackerbau und Viehzucht betrieben, da die Oder bis Kienitz deichbewehrt war.

Die Trockenlegung des Oderbruches brachte den Fischfang und -handel völlig zum erliegen. Aus den Fischern mussten Bauern werden. Doch der fruchtbare Boden entschädigte sie dafür. Die neuen Dörfer entstanden am „Reißbrett“. Eine meist schnurgerade Straße teilte den Ort. Beiderseits davon wurden die Höfe in verschiedenen Größen errichtet. Bereits 1753 konnten die ersten Kolonisten ihre neuen Dörfer beziehen (Neulietzegöricke).

Die Siedler kamen von weit her. Sie wurden in Sachsen, Polen, Mecklenburg, Schweden, Österreich, aus der Pfalz, aus Hessen, Württemberg, Schwaben, Franken, Westfalen, dem Vogtland und aus der französischen Schweiz angeworben. In den königlichen Dörfern wurden ihnen Land und Haus, Vieh und Gerätschaften kostenlos übereignet. Außerdem eine vollständige Freiheit von allen Lasten für 15 Jahre gewährt.

Nach dem Siebenjährigen Krieg, der Preußen an die Grenzen seiner wirtschaftlichen Macht brachte, entstanden ab 1765/66 sogenannte „Spinnerdörfer“. Drei an der Oder (Sydowswiese, Sophienthal, Rehfeld), drei auf dem „Hohen Busch“ (Baiersberg, Lehmannshöfel, Gerickensberg, heute zusammen Buschdorf) und eins bei Werbig (Neulangsow). Die Familien, die dafür angeworben wurden, verspannen die Schafwolle aus den Ämtern und Domänen für die Wollmanufakturen in Berlin.

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Märkisch Oderland