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Landwirtschaft

Bauer mit Pferdepflug
Traktor
Ackerfurchen
Ernte in der Landwirtschaft

War einst die Fischerwirtschaft die Haupterwerbsquelle, konnten nach der Eindeichung der Oder die Felder bestellt werden. Diese Urbarmachung zog einen ausgedehnten Getreide-, Kartoffel-, Rüben- und Gemüseanbau nach sich. Auf den Weiden betrieb man Rinder- und Schafzucht. Die Einführung neuer Ackermethoden brachte der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert einen erheblichen Aufschwung. 1806 gründete Albrecht Daniel Thaer in Möglin die „Königliche Akademische Lehranstalt des Landbaus". Von großer Bedeutung für den Ackerbau auf den guten, jedoch schwer zu bewirtschaftenden Böden des Oderbruchs, war die Einführung der Zuckerrübe Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Anbau stieg rasant und brachte immer bessere Erträge. Insgesamt 18 Zuckerfabriken entstanden allein in dieser Region. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte der Frühgemüseanbau ein. Der Holländer Willem van Spronsen, der 1907 nach Deutschland kam, fand im Oderbruch gleiche Bedingungen für den Gemüseanbau vor wie in Holland. 1911 wurde die erste „ Brandenburgische Frühgemüsezucht- und Verwertungsgenossenschaft" gegründet. Das Gemüse aus dem Oderbruch verdrängte das bis dahin dominierende „ Hollandgemüse" vom Markt.

In den Nachkriegsjahren bildeten und stabilisierten sich die Genossenschaften. Die folgende durchgängige Planwirtschaft schrieb den Umfang für Pflanzenbau und Tierhaltung vor. Von 1952 bis 1962 wurde die Kollektivierung in der DDR vollzogen.
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigene Güter (VEG) entstanden. Bis 1975 folgten weitere Konzentrationen in der Landwirtschaft, z.B. die Trennung von Pflanzen- und Tierproduktion sowie extreme Spezialisierungen. 1989 wurden ca. 60.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche im Oderbruch durch 43 Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe bewirtschaftet.

Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte in den Jahren 1991 bis 1994 einen flächendeckenden Prozess der Umstrukturierung in der Landwirtschaft mit sich. Häufig war dieser mit der Liquidation der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in Verbindung mit betrieblichen Neugründungen verbunden. Seit 1994 hat sich die Landwirtschaft unter den neuen Bedingungen gefestigt und ist im Oderbruch neben dem Tourismus der dominierende Wirtschaftszweig.

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Märkisch Oderland