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Besiedlung

Archäologische Funde weisen daraufhin, dass aufgrund des Fisch- und Wildreichtums die Höhenlagen der Warthemündung bereits in der Altsteinzeit besiedelt waren. Bereits um 1300 v. Chr. siedelten Menschen an der Warthe, die der Lausitzer Kultur zuzurechnen sind. Ihre Siedlungen errichteten sie auf den Höhenlagen der sumpfigen Flusstäler, an denen noch heute Kostrzyn, Slonsk, Warnicki, Owczary und Gorzyca zu finden sind.

 

Kostrzyn war 1535 - 1571 die Hauptstadt der damaligen Neumark und nahm unter dem Markgrafen, später Johann von Küstrin genannt, einen regen Aufschwung. Die Lage der Stadt an dem strategisch wichtigen Übergang über die Oder bedingte die Errichtung der Festung. Stadt und Festung waren in ihrer Entwicklung eng verbunden. Das Militär prägte die Entwicklung der Stadt. Hier wurde das erste stehende Herr, der Vorläufer aller Armeen, gegründet. Die wechselvolle Geschichte der Stadt fand beinahe während der schweren Kämpfe in der Endphase des 2. Weltkrieges ihren Endpunkt. Sie wurde schwer zerstört. Die Altstadt wurde als einzige Stadt in Europa bisher nicht wieder aufgebaut. Davon künden noch heute ihre Ruinen.

 

Einen wesentlichen Einfluss auf die Besiedlung dieses Gebietes übten zwei Orden, die Templer und Johanniter, aus.  Der Templerorden erweiterte von der Burg und Sitz der Komturei in Quartschen, die noch heute teilweise erhalten ist, ihren Besitz aus und kolonisierten das Land. Der Johanniterorden erwarb bereits 1472 Sonnenburg (Słonsk) und die umgebenden Dörfer. Im Zuge der Reformation wurde der Orden in eine weltliche Organisation umgewandelt und 1810 aufgelöst. Jedoch wurde im Jahre 1855 die Komturei wiederhergestellt und ein Spital in Sonnenburg errichtet. Damit kehrte man zu alten Ordenstraditionen zurück und trug mit seiner Tätigkeit wesentlich zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes bei.

 

Von entscheidender Bedeutung für die Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung des Gebietes war jedoch die Trockenlegung im 18. Jahrhundert.

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Märkisch Oderland